Fachartikel 02: Arteriosklerose

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Arteriosklerose

„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße.“ Dieser Satz des berühmten deutschen Pathologen Rudolf Virchow (1821-1902) hat seinen Wahrheitsgehalt bis heute nicht verloren. Denn Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die modernen Geißeln der Menschheit. Mehr als 81 Millionen US-Amerikaner leiden an einer Form der Herz-Kreislauf-Erkrankung und es ist die häufigste Todesursache in den USA.

In Deutschland sieht es nicht besser aus: nach wie vor sind auch hier Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine große Gruppe von Krankheitsbildern zusammen gefasst, die sowohl das Herz, als auch sämtliche Gefäße des Körpers — vor allem Venen und Arterien — betreffen. Hierzu zählen: Angina Pectoris, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, erhöhte Blutfettwerte, Schlaganfall und eben auch die Arterienverkalkung bzw. Arteriosklerose.

Arterien sind ein unverzichtbarer Teil des Herz-Kreislauf-Systems

Bei dem Begriff „Herz-Kreislauf-System” denken viele zunächst einmal an zwei ganz besondere Organe, Herz und Lungen. Ohne die unermüdliche Aktivität dieser beiden Wunderwerke, die ihren Dienst unter permanenter Aufsicht des vegetativen Nervensystems sprichwörtlich wie im Schlaf verrichten, würden sämtliche Körperfunktionen innerhalb weniger Minuten zum Erliegen kommen. Insofern könnte man auch vom „Herz-Lungen-Kreislauf-Regelsystem” sprechen. Vielleicht würden wir dies auch tun, wenn unsere Lungen und unser vegetatives Nervensystem ebenso deutlich spürbar auf ungesunde Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Bewegung reagieren würden wie unser Herz und unser Kreislauf. In diesem Sinne ist die Wortwahl „Herz-Kreislauf-Erkrankungen” durchaus symptomatisch für das aktuelle, symptomlastige Verständnis des Herz-Kreislauf-Systems.

Funktion und Bedeutung des Herz-Kreislauf-Systems

Das Herz ist quasi der Motor des gesamten Blutkreislaufs, der alle Organe und andere Körpergewebe (z.B. Muskeln, Schleimhäute, Bindegewebe, …) miteinander verbindet. Es arbeitet wie eine Pumpe und lässt unser Blut ständig durch den Körper zirkulieren, was die Bezeichnung Herz-Kreislauf-System erklärt. Dabei transportiert das Blut Sauerstoff und Nährstoffe entlang der Arterien in die Nähe der versorgten Zellen und fließt von dort — angereichert mit Kohlendioxid, Stoffwechselschlacken und Zellgiften — entlang der Venen, vorbei an unseren Reinigungs- und Ausscheidungsorganen, zurück zum Herzen.

Das Herz-Kreislauf-System spielt also eine zentrale Rolle bei der Ernährung und Entgiftung jeder einzelnen Körperzelle und auch bei der Regulierung unseres Wärmehaushalts. Eine optimale Herz-Kreislauf-Gesundheit kommt allen Körperteilen und somit der gesamten Gesundheit zugute und ist Voraussetzung für allgemeines Wohlbefinden.

Ein gesundes Herz-Kreislauf-System braucht gesunde Arterien!

Damit das Herz-Kreislauf-System seinen Zweck optimal erfüllen kann, müssen nicht nur die daran angeschlossenen Organe, insbesondere das Herz, einwandfrei funktionieren. — Mindestens ebenso wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit sind die Blutgefäße! Denn unsere Venen und Arterien stellen sozusagen die Stoffwechsel-Infrastruktur zur Verfügung, ohne die ein schneller, zielgerichteter Stofftransport nicht möglich wäre.

Ein Herz-Kreislauf-System ohne Blutgefäße wäre wie ein Kontinent ohne Straßennetz und ohne Verkehrsregeln. Nicht umsonst betreibt jeder moderne Staat immensen Aufwand bei der Pflege seines Straßennetzes und seiner Verkehrsleitsysteme. Wenn wir unser Straßennetz genauso sorglos behandeln würden wie unseren Arterien, dann würden Versorgungsengpässe, Schlaglöcher und Unfälle vermutlich innerhalb weniger Wochen zu einem Einbruch der Wirtschaft und zu sozialen Unruhen führen.

Rein mechanisch betrachtet müssen gesunde Arterien folgenden Anforderungen gerecht werden:

  • Unsere Arterien, insbesondere die wichtigen Schlagadern und Herzkranzgefäße, müssen dauerhaft frei bleiben. Eine bereits vorhandene Gefäßverengung infolge einer Arteriosklerose wird sich in der Regel ohne aktive Gegenmaßnahmen weiter verschlimmern und kann im weiteren Verlauf zu einer Unterversorgung bestimmter Körperregionen führen. Im ungünstigsten Fall drohen das Absterben der betroffenen Region oder gar ein Herzinfarkt.
  • Die Wände der Arterien müssen stark genug sein, um einen ausreichend hohen Blutdruck aufrecht zu erhalten. Dies gilt insbesondere in Phasen hoher körperlicher Leistung.
  • Die Wände der Arterien müssen elastisch genug sein, um die Blutdruckspitzen abzudämpfen, die bei jedem Herzschlag auftreten. Ohne diese Elastizität drohen bei extremen Blutdruckspitzen nicht nur mikroskopisch feine Risse, die der Körper natürlich reparieren und glätten muss, sondern im ungünstigsten Fall ein Schlaganfall.

Zusätzlich müssen die Gefäßwände den Stoffaustausch zwischen Blut und angrenzendem Gewebe regulieren und über spezielle Regenerationsmechanismen verfügen. Entscheidend hierbei sind intakte Endothelzellen an den Innenwänden der Arterien, deren Schlüsselrolle bei der Entstehung von Arteriosklerose und anderen Gefäßkrankheiten weiter unten gesondert beschrieben ist.

Arteriosklerose verstehen

Angegriffen wird die Herz-Kreislauf-Gesundheit vor allem durch die Arteriosklerose. Unter Arteriosklerose versteht man eine durch einen langen Prozess entstandene Gefäßveränderung. Die Gefäßwände lagern Fett ein, sie „verkalken“ und verlieren ihre Elastizität. Die Folge ist eine Verengung des Gefäßdurchmessers und dadurch ein behinderter Blutfluss. Der Körper kann arteriosklerotische Veränderungen der Gefäße bis zu einem bestimmten Grad ausgleichen. Schreitet die „Verkalkung“ allerdings immer weiter fort, kommt es zu Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Stadien der Arteriosklerose
Abb. 1: Stadien der Arteriosklerose – Im Laufe der Zeit lagern sich immer mehr Fette und Kalk an den Innenwänden der Arterie ab. Diese Ablagerungen behindern den Blutfluss. Im Extremfall kann es sogar zum vollständigen Verschluss der Arterie kommen.

Früherkennung von Arteriosklerose

Leider wird eine sich anbahnende oder bereits begonnene Arterienverkalkung oft viel zu spät bemerkt, oder die Ursache der Beschwerden wird zunächst an anderer Stelle vermutet. Dies hat verschiedenste Gründe:

Der Kreislauf ist nicht greifbar wie ein einzelnes Organ; er ist sozusagen überall und nirgends in unserem Körper zu finden, er beeinflusst den gesamten Organismus, und er wird seinerseits von unzähligen Faktoren beeinflusst. Daher können sich eine schleichende Verkalkung der Arterienwände oder Vorstufen der Arteriosklerose zunächst durch Symptome und Warnzeichen äußern, die leicht mit den Folgen von allgemeinen Befindlichkeitsstörungen, Stoffwechselstörungen, normalen Alterungsprozessen oder äußeren Faktoren (z.B. Ernährung, Bewegungsmangel, Umweltgifte) zu verwechseln sind. Dem entsprechend gibt es auch über die Entstehung von Arteriosklerose viele Meinungen.

Warnende Schmerzen treten — wenn überhaupt — meist nicht direkt am Ort der Arterienverkalkung auf sondern eher in den (vom Herzen aus gesehen) dahinter liegenden, unterversorgten Körperregionen. Derartige Schmerzen oder Taubheitsgefühle in den Extremitäten sind aber kein Frühwarnzeichen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein alarmierender Hinweis auf eine Funktionsstörung, die ihre Ursache in einer weit fortgeschrittenen Arteriosklerose haben könnte.

So gibt es im Fall einer tatsächlich drohenden oder beginnenden Arteriosklerose kaum eindeutige Frühwarnzeichen, auf die man sich als medizinischer Laie verlassen sollte, sondern „nur” eine Reihe von eher unspezifischen Indizien, die ihre Ursache ebenso gut in anderen Gesundheitsstörungen haben können. Dennoch sollte man derartige Beschwerden natürlich ernst nehmen und nach den Ursachen forschen. Letztlich gilt aber für die Arteriosklerose dasselbe wie für eigentlich alle langsam fortschreitenden Erkrankungen: Das Ausbleiben von typischen Warnzeichen ist kein Beweis für die Abwesenheit einer gesundheitlichen Störung.

Der eigentliche Grund, warum derartige Früherkennungs-Versuche keinen umfassenden Schutz vor einer Arteriosklerose und all ihren Begleiterscheinungen bieten können, ist jedoch folgender:

Auch eine früh erkannte Arteriosklerose ist eine zu spät erkannte Fehlfunktion der Endothelzellen

Tatsache ist, dass die Arteriosklerose (ebenso wie viele andere Gefäßerkrankungen) bereits vor der Ausprägung klinischer Symptome als eine Fehlfunktion spezialisierter Zellen in der Arterienwand, den so genannten Endothelzellen, beginnt. Eine endotheliale Fehlfunktion, die letztlich zur Arteriosklerose führt, entsteht bzw. besteht in aller Regel schon lange vor den ersten Verkalkungserscheinungen und daher logischerweise auch lange vor den ersten Anzeichen, die auf eine beginnende oder fortgeschrittene Arterienverkalkung hindeuten könnten. Somit ist die Arteriosklerose streng genommen keine eigenständige Gefäßkrankheit, sondern nur eines von vielen denkbaren Symptomen, das infolge einer viel grundlegenderen Schädigung des Endothelgewebes an den Arterienwänden auftreten kann, wenn weitere Risikofaktoren (z.B. ein hoher LDL-Cholesterinwert, s.u.) vorliegen.

Die Endothelzellen sind also der Schlüssel, um den Prozess der Arterienverkalkung zu verstehen und um Arteriosklerose wirksam und nachhaltig zu vermeiden oder zu behandeln. Denn solange sich die Endothelzellen nicht regenerieren, bleibt das Risiko einer weiter fortschreitenden oder wiederkehrenden Arterienverkalkung prinzipell bestehen. Da eine bereits begonnene Verkalkung der Arterien die Regeneration von geschädigten Endothelzellen nicht gerade beschleunigt, kann man nicht früh genug damit beginnen, etwas für die Gesunderhaltung des Endothelgewebes zu tun!

Der beste Schutz vor Arteriosklerose und anderen Gefäßleiden: Ein gesundes Endothel

Unsere Blutgefäße sind aus 3 Schichten aufgebaut (vgl. Abb. 1):

  • Die äußere Schicht besteht hauptsächlich aus Bindegewebe und bildet die Struktur für die inneren Schichten.
  • Die mittlere Schicht besteht aus glattem Muskelgewebe. Sie kontraktiert und entspannt sich, um den Blutfluss zu kontrollieren und den Blutdruck zu erhalten.
  • Die innere Schicht ist aus Endothelzellen aufgebaut, die eine glatte Oberfläche bilden.

Die dünne Schicht aus Endothelzellen, die das Innere (Lumen) von Blutgefäßen auskleidet, wird in ihrer Gesamtheit auch Endothel genannt. Es dient als Barriere zum Gewebe, produziert aber z.B. auch Stickstoffmonoxid, welches der Regulation im Herz-Kreislauf-System dient. Das Endothel verhindert nicht nur das Eindringen toxischer Blutbestandteile in den glatten Muskel der Blutgefäße sondern erfüllt darüber hinaus noch eine Vielzahl weiterer physiologischer Funktionen. Dazu zählen:

  • Regulation des Blutdrucks, z.B. durch Bildung von Stickstoffmonoxid (NO);
  • Regulation des Stoffaustauschs zwischen Geweben und Gefäßsystem;
  • Erhaltung der Fließfähigkeit des Blutes;
  • Hemmung oder Aktivierung von Gerinnungsprozessen;
  • Beteiligung an Entzündungsprozessen (indem Granulocyten, Monocyten, Makrophagen und T-Zellen aus dem Blut an das Endothel binden können und dort aktiviert werden).

Endotheliale Fehlfunktion: Grundlegende Ursache aller Gefäßerkrankungen

Während wir altern schädigen eine Vielzahl von Faktoren die empfindlichen Endothelzellen (solange wir nichts dagegen unternehmen). Diese Schädigung führt zu einer Fehlfunktion des Endothels und führt zum Eindringen von Lipiden und Toxinen in die Endothelschicht und in die Schicht aus glattem Muskelgewebe. Dies leitet eine Kaskade von oxidativen und entzündlichen Prozessen ein, die letztlich eine Ablagerung von Plaques an der Aderwand zu Folge haben.

Somit wird eine Arteriosklerose letztlich erst durch eine Endothelzellen-Fehlfunktion ermöglicht!

Im weiteren Verlauf beginnen diese Plaques zu verkalken und werden anfällig für Risse. Das Resultat eines Risses ist oft ein tödliches Blutgerinnsel. Unternimmt man keine Schritte, die endotheliale Fehlfunktion im alternden Körper zu behandeln, bleiben die Gefäßerkrankungen weiterhin auf dem Vormarsch.

Nicht jeder, der an Arteriosklerose leidet, weist die typischen Risikofaktoren wie Übergewicht oder erhöhte Cholesterinwerte auf, die normalerweise mit dieser Krankheit assoziiert sind. Eine Fehlfunktion der Endothelzellen ist jedoch bei so gut wie jedem Erkrankten festzustellen.

Die häufigsten Erkrankungen der Gefäße

Gefäßerkrankungen werden allgemein in Erkrankungen der Arterien, Venen und der Lymphsysteme unterschieden. Mehr als 150.000 Kilometer an Blutgefäßen liegen im menschlichen Körper verteilt, versorgen ihn mit Sauerstoff und Nährstoffen und dienen als Kommunikationsweg von Organen. Venen transportieren das Blut zum Herzen, Arterien wieder weg davon.

Fast 95% aller arteriellen Erkrankungen entstehen infolge einer Arteriosklerose („Verkalkung“ der Arterien). Diese Gefäßverkalkung tritt auf, wenn sich so genannte Plaques — also Blutfette, Gerinnsel, Bindegewebe und Kalk — in den Gefäßwänden ablagern. Die Sklerose kann alle Arterien des Körpers betreffen und verursacht bedingt durch Stenosen (Verstopfungen) v.a. Herzinfarkt und Schlaganfall.

Bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK) handelt es sich um eine durch verengte Herzkranzgefäße bedingte Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Der Sauerstoffmangel führt zu Zellschädigungen am Herzen, es kommt zu den typischen Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris). Folge einer unbehandelten KHK kann der Herzinfarkt sein.

Der Schlaganfall (Apoplex) zählt zusammen mit den Herzerkrankungen und Krebs zu den häufigsten Todesursachen. Auslöser für die meist im Alter auftretende Erkrankung sind eine plötzliche Thrombose oder Embolie im Gehirn sowie eine Gehirnblutung.

Unter der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) versteht man eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten, die sich zu Beginn ohne Beschwerden zeigt. Im Verlauf treten Schmerzen nach längeren Laufstrecken, häufig mit schlecht durchbluteten Füßen oder Beinen (Kältegefühl) auf. Die Schaufensterkrankheit, fachmedizinisch periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) genannt, ist eine Störung der Durchblutung der Beinarterien.

Zu den häufigsten Venenerkrankungen zählen Krampfadern (Varikose) und die venöse Thrombose (Verschluss eines Gefäßes). Um die 60% der Bevölkerung leiden an varikösen Veränderungen, dabei Frauen doppelt so häufig wie Männer. Bei der primären Form entwickelt sich eine Erweiterung einzelner meist oberflächlich gelegener Beinvenen. Die Venenklappen der Gefäße sind nicht mehr in der Lage, sich zu schließen (Insuffizienz) und führen zu einem Rückstau von Blut, der die Erweiterung verursacht. Meist liegt eine Anlage bedingte Bindegewebsschwäche vor, daneben können langes Stehen oder Sitzen ohne Bewegung oder eng anliegende Kleidung eine Varikose begünstigen. Sekundäre Varizen (Krampfadern) entstehen durch Abflussbehinderungen in den tieferen Beinvenen, z.B. Thrombosen.

Bei den Erkrankungen der Lymphgefäße zeigt sich z.B. das schmerzlose Lymphödem (Schwellung durch einen Lymphstau, meist von Arm oder Bein), welches in der Primärform hauptsächlich durch Fehlen oder Schwäche bestimmter Lymphbahnen entsteht. Das sekundäre Lymphödem ist Folge weiterer Erkrankungen. Die Elefantiasis ist eine schwere, nicht mehr reversible Form des Lymphödems.

Risikofaktoren für Arteriosklerose und andere Gefäßkrankheiten

Es ist eine Vielzahl von Faktoren identifiziert worden, die zu einer endothelialen Fehlfunktion beitragen oder auf anderem Wege die Entstehung von Arteriosklerose und anderen Gefäßkrankheiten begünstigen.

Folgenden Messwerten sollten Sie erhöhte Aufmerksamkeit schenken:

Erhöhtes LDL-Cholesterin (LDL = low density lipoprotein)

LDL ist das so genannte „böse“ Cholesterin und es ist gefährlich, da es die Endothelwand durchdringen kann und die Entstehung von Schaumzellen fördert, die den Kern von Plaque-Ablagerungen bilden. Oxidiertes LDL-Cholesterin (= LDL, das mit freien Radikalen reagiert hat) im Endothel leitet auch einen Entzündungsprozess ein, der Gefäßerkrankungen fördert.

Es wird empfohlen, den LDL-Wert unter 80 mg/dl zu halten.

Niedriges HDL-Cholesterin (HDL = high density lipoprotein)

HDL schützt vor Gefäßerkrankungen, indem es Cholesterin aus der Blutgefäßwand zurück in die Leber zum Abbau transportiert. Ist die HDL-Konzentration zu niedrig, funktioniert der Cholesterintransport nicht richtig, so dass sich Cholesterin in der Gefäßwand ablagert.

Es wird empfohlen, HDL-Konzentrationen von mindestens 50-60 mg/dL zu erreichen.

Erhöhte Triglyceride

Triglyceride interagieren mit LDL-Cholesterin und bilden einen Subtyp von LDL, small-dense LDL genannt. Small-dense LDL durchdringen die Endothelschicht und tragen wesentlich stärker zur Plaquebildung bei als LDL alleine.

Es wird empfohlen, die Konzentration von Triglyceriden unter 80 mg/dL zu halten, um die Bildung von small-dense LDL zu minimieren.

Oxidiertes LDL

Die Oxidation von LDL-Cholesterinen führt zu schweren Schädigungen der Gefäße. Tausende Studien bestätigen die Aussage, wie oxidiertes LDL zum gesamten Krankheits-Prozess beiträgt. Leider sind momentan keine frei käuflichen Bluttests zu erschwinglichen Preisen verfügbar, die oxidiertes LDL messen. Ältere Personen sollten davon ausgehen, dass die Pegel von endogenen Antioxidantien (Superoxid-Dismutase, Catalase, Gluthadion) niedriger werden und dass sich die Oxidation von LDL verstärkt.

Viele der Nährstoffempfehlungen, die in dieser Arbeit gegeben werden, bieten erheblichen Schutz gegen Oxidation von LDL.

Bluthochdruck

Hoher Blutdruck ist dafür bekannt, die endotheliale Fehlfunktion zu verstärken und führende Wissenschaftler haben das Endothel als Zielorgan für die Schäden durch hohen Blutdruck identifiziert.

Es wird empfohlen, auf einen optimalen Blutdruck von 115/75 mmHG oder niedriger hin zu arbeiten.

Erhöhte Glucosewerte

Hohe Werte an Glucose (und Insulin) im Blut führen zu winzigen Schäden in den Gefäßen, die Gefäßkrankheiten Vorschub leisten, indem sie zum Teil zu endothelialer Fehlfunktion beitragen (2). Es hat sich gezeigt, dass eine freie Glucosekonzentration höher als 85 mg/dl das Risiko von Herz-Kreislauf-Tod deutlich erhöht.

Es wird empfohlen, die Glucosekonzentration unter 86 mg/dl zu halten.

Übermäßiges Insulin

Im Alter verliert der Körper die Fähigkeit, Insulin effektiv zum Transport von Glucose aus dem Blut in die Zellen zu nutzen. Wenn die Glucose nicht abtransportiert wird und der Glucosespiegel im Blut ansteigt, produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin. Verschlimmert sich die „Insulin Resistenz“, wird immer mehr Insulin ausgeschüttet, um eine Kontrolle der Glucosekonzentration zu erreichen. Ein hoher Insulinspiegel ist deutlich mit einer Erhöhung des Risikos einer Herzerkrankung assoziiert.

Die Konzentration an freiem Insulin sollte unter 5 mcIU/ml liegen.

Erhöhte Fibrinogen-Werte

Bei der Bildung von Blutgerinnseln wird Fibrinogen in Fibrin, die Matrix des Gerinnsels, umgewandelt. Fibrinogen unterstützt auch die Bindung von Blutplättchen an Endothelzellen. Personen mit hohen Fibrinogen-Werten haben ein doppelt so hohes Risiko, an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall zu sterben, als Personen mit niedrigen Fibrinogen-Werten.

Fibrinogen-Konzentrationen sollten zwischen 200 und 300 mg/dl gehalten werden.

Mangel an Vitamin D

Vitamin D schützt vor Gefäßerkrankungen aufgrund verschiedener Mechanismen. Es konnte gezeigt werden, dass niedrige Konzentrationen an Vitamin D mit einer erhöhten Rate von Todesfällen bei Herz-Kreislauferkrankungen assoziiert sind.

Wir empfehlen, eine Konzentration von 50 – 80 ng/ml an Vitamin D im Blut zu gewährleisten.

Vitamin-K-Mangel

Vitamin K wird für die Regulation des Calcium-Transports in die Knochen benötigt. Niedrige Vitamin-K-Werte bei älteren Personen prädisponieren für Gefäßverkalkungen, chronische Entzündungen und für ein deutlich erhöhtes Infarktrisiko. In Vitamin-K-Tests wird die Konzentration gemessen, um eine Koagulationsfähigkeit zu bestimmen, eine optimale Konzentration, die das Risiko eines Herzinfarkts verringert, ist aber nicht bekannt. Jedoch gibt es deutliche Hinweise, dass zusätzliche Gaben an Vitamin K den Mangel, der in Amerika häufig ist, korrigiert.

Niedrige Testosteron- und erhöhte Östrogenwerte (bei Männern)

Eine Vielzahl von Studien zeigt einen Zusammenhang zwischen niedrigen Testosteron- und hohen Östradiol-Werten mit dem Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Testosteron ist am Transport des Cholesterin aus der Arterienwand beteiligt. Eine übermäßige Östrogenkonzentration wird mit einer höheren Konzentration an CRP und der Bildung abnormaler Blutgerinnsel, die einen plötzlichen Infarkt oder Schlaganfall auslösen, in Verbindung gesetzt.

Männer sollten die Konzentration an freiem Testosteron im Bereich von 20 – 25 pg/ml und die Östradiol-Konzentration zwischen 20 – 30 pg/ml halten.

Niedrige Östrogenspiegel (bei Frauen)

Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel. Dadurch nimmt auch die Gefäßfunktionalität ab. Abhilfe können so genannte Phytoöstrogene schaffen. Phytoöstrogene sind pflanzliche Hormone mit Östrogenaktivität, die in dieser Funktion Schutz vor Osteoporose und Wechseljahrsbeschwerden bieten.

Mangel an Stickoxid (NO)

NO ist ein wichtiger Botenstoff und wird für eine zufrieden stellende Funktion der Herzgefäße benötigt. NO reguliert die Kontraktion und Entspannung der Blutgefäße und ist wichtig für den Erhalt der Integrität des Endothel und daher bedeutsam als Schutz gegen Gefäßerkrankungen. Selbst wenn alle anderen Risikofaktoren unter Kontrolle sind, führt der altersbedingte Mangel an NO zu einer Erhöhung an Gefäßerkrankungen, sofern keine korrigierenden Maßnahmen ergriffen werden. Bluttests zur Messung von Stickoxiden sind momentan nicht erhältlich. Ältere Menschen sollten von einem Defizit an NO im Endothel ausgehen und einigen einfachen Regeln folgen, die in diesem Artikel angesprochen werden.

Bedeutung der endothelialen Risikofaktoren in der Praxis

Obwohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste tödliche Erkrankung in den USA und Deutschland sind, verfügen die meisten Menschen — und anscheinend auch viele Allgemeinärzte — nur über ein vages Verständnis der Krankheit. Denn wie bereits weiter oben gesagt wurde: Nicht jeder, der an Arteriosklerose leidet, weist die Risikofaktoren auf, die normalerweise, also aus derzeitiger Sicht der Schulmedizin, mit dieser Krankheit assoziiert sind wie beispielsweise erhöhte Cholesterinwerte. Aber jeder Betroffene leidet an einer endothelialen Fehlfunktion.

Mit zunehmenden Alter steigen die atherogenen Risikofaktoren, die zu einer endothelialen Fehlfunktion beitragen und zur Entwicklung von Arteriosklerose führen. Gerade alternde Menschen sollten deshalb allen oben genannten Faktoren, die zu einer endothelialen Fehlfunktion beitragen, verstärkt ihre Aufmerksamkeit schenken, um sich vor den Folgen von Arteriosklerose oder anderen Gefäßerkrankungen zu bewahren. Leider muss festgestellt werden, dass die Schulmedizin auf dem Gebiet der frühzeitigen und gezielten Risikovermeidung aktuell (noch) versagt.

Maßnahmen gegen Arteriosklerose und endotheliale Fehlfunktion

Arteriosklerose aus schulmedizinischer Sicht: Symtombekämpfung statt konsequenter Risikovermeidung

In der veralteten Sicht der Schulmedizin stellt man sich die Blutgefäße als starre Röhren vor, die allmählich vom überschüssigen Cholesterin zugesetzt werden. Cholesterin senkende Medikamente gelten als die Lösung, die Arteriosklerose in den Griff zu bekommen. Im fortgeschrittenen Verlauf sind dann Operationen notwendig, um den Blutfluss wieder her zu stellen. Eine Bypass-Operation oder das Einführen von Kathetern mit kleinen Ballons, die das Plaques gegen die Gefäßwand drücken (Angioplastie) gefolgt von der Implantation kleiner Gitterröhrchen (Stents), sind die Alternativen, um die Blutgefäße offen zu halten. Jedoch führen die Implantate ihrerseits zur Ablagerung von Plaques. Das Gleiche gilt auch für die Ballon-Angioplastie. In der Frühzeit versagten die Hälfte der Angioplastie-Techniken, da die Arterien sich mit der Zeit wieder schlossen. Selbst heute, mit verbesserten Stents, ist die Fehlerrate beachtlich, und viele Patienten müssen eine wiederholte Angioplastie oder Operationen über sich ergehen lassen.

Zwar hat auch die Schulmedizin erkannt, dass sich das Arteriosklerose-Risiko durch eine rechtzeitige Kontrolle und Senkung der LDL-Konzentration im Blut verringern lässt, und sicher sind entsprechende Ernährungsumstellungen oder Medikamente in vielen Fällen hilfreich oder gar dringend nötig. Aber das eigentliche Problem, nämlich dass eine Ablagerung und Verkalkung dieser schädlichen Fette an den Innenwänden der Arterien erst infolge einer endothelialen Fehlfunktion begünstigt — wenn nicht gar ermöglicht — wird, wurde bisher weitestgehend außer Acht gelassen.

Der Schlüssel im Kampf gegen Arteriosklerose: Halten Sie ihr Endothelgewebe gesund!

Anstelle der bisher üblichen schulmedizinischen Vorgehensweise macht es viel mehr Sinn, nicht nur das schädliche LDL-Cholesterin und die damit verbundenen Folgen — eine fortschreitende Verkalkung der Arterien — zu bekämpfen, sondern so früh wie möglich gegen die eigentliche Ursache der Arteriosklerose vorzugehen, d.h. eine endotheliale Fehlfunktion zu verhindern bzw. gegebenenfalls zu beseitigen. Mit Hilfe von Bluttests kann das Risiko einer Gefäßerkrankung bestimmt werden. Durch die verschiedenen Ergebnisse der Blutuntersuchung kann eine gezielte Strategie entwickelt werden, die die Risikofaktoren modifiziert, die nicht im optimalen Bereich liegen. Diese Strategie stützt sich auf Nährstoffe, die die Ursache des Problems bekämpfen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass verschiedenste Nährstoffe effektiv vor einer endothelialen Fehlfunktion schützen.

Im Unterschied zur Schulmedizin, die sich vor allem auf die Vermeidung einzelner Risikofaktoren (vor allem auf den „direkten” Risikofaktor LDL-Cholesterin) oder auf die Bekämpfung der daraus entstandenen Verkalkungserscheinungen konzentriert, kann ein gewissenhafter Ausgleich des Nährstoff- und Hormonhaushalts nicht nur die eigentliche Hauptursache der Arteriosklerose (nämlich eine endotheliale Fehlfunktion) im Keim ersticken sondern auch die Anfälligkeit für viele andere Gefäßkrankheiten erheblich senken. Die Nährstoffe, die sich zur Behandlung einer endothelialen Fehlfunktion besonders hervorgetan haben, werden im folgenden vorgestellt.

Empfehlenswerte Nährstoffe zur Vorbeugung von Arteriosklerose

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren können die Entstehung und die Entwicklung von Gefäßerkrankungen über verschiedene Mechanismen wirksam bekämpfen. Ein Forscherteam untersuchte bei 300 Patienten die Korrelation zwischen der Konzentration von Omega-3-Fettsäuren im Gewebe und des im Blut zirkulierendem Lp-PLA2, einem Marker für entzündliche arterielle Plaques. Das Resultat: Die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren kann die Konzentration von Lp-PLA2 reduzieren und so das Risiko für Gefäßerkrankungen verringern. In einer anderen Studie konnte eine Verbesserung der Elastizität der Arterien durch eine tägliche Gabe von 2,4 g Omega-3-Fettsäuren gefunden werden.

Propionyl-L-Carnitin (PLC)

PLC erlangte Beachtung, da es direkt die Endothelfunktion verbessern kann. PLC dringt direkt durch die Mitochondrien-Membran und versorgt diese Energie produzierenden Zellorganellen mit L-Carnithin. L-Carnithin sind für den mitochondrialen Fettsäuretransport essentiell, da Endothel- und Herzmuskelzellen 70 % ihres Energiebedarfs aus der Verbrennung von Fettsäuren gewinnen. Im Gegensatz dazu gewinnen die meisten anderen Zellen 70 % ihrer Energie aus der Verbrennung von Glucose.

L-Arginin

Diese Aminosäure erlangte Aufmerksamkeit durch ihre Fähigkeit, die Endothelfunktion zu verbessern. L-Arginin dient als ein Vorläufer von Stickoxid im Endothel. Um die Auswirkungen zu analysieren, untersuchte eine Gruppe von Forschern an der Universität von Kalifornien die Wirkung von L-Arginin auf die Laufgeschwindigkeit und Laufdistanz. In einer Pilotstudie mit 80 Personen wurde nach Gabe von 3 g L-Arginin pro Tag eine Verbesserung sowohl der Laufdistanz als auch der Geschwindigkeit festgestellt. In einer weiteren Studie wurde der Einfluss von L-Arginin bei Patienten mit stabiler Erkrankung der Herzkranzgefäße untersucht. Es zeigte sich, dass eine Gabe von 10 g/Tag die Erweiterung der Armarterie, ein Maß für Endothelfunktion, verbesserte.

Coenzym Q10 (CoQ10)

Das Coenzym Q10 (kurz: CoQ10 oder schlicht Q10) ist höchst wichtig für die Gesundheit von Gefäßen, da es direkt an der Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) – ein energiereiches Molekül und die „Energiewährung“ des Körpers – beteiligt ist. Da der Herzmuskel niemals ruht, hat er einen hohen Bedarf an CoQ10. Der Gehalt an CoQ10 sinkt überproportional mit dem Alter. Im Alter von 20 Jahren verfügt der Herzmuskel über einen höheren Gehalt an CoQ10 als andere Organe. Im Alter von 80 Jahren ist der CoQ10-Gehalt auf die Hälfte gesunken. Der CoQ10-Pionier Karl Folkers fand in Übereinstimmung mit japanischen Studien einen niedrigeren CoQ10-Gehalt bei Patienten mit schwerer Herzerkrankung und konnte zeigen, dass die Gabe von CoQ10 die Konzentration von CoQ10 im Blut und im Herzgewebe erhöhte. Zusätzlich zu seiner Beteiligung an der Energieproduktion ist CoQ10 ein wirksames Antioxidans. CoQ10 bildet die erste Verteidigungslinie gegen Oxidation von LDL. Oxidiertes LDL trägt hauptsächlich zu einer Endothel-Fehlfunktion bei.

CoQ10 wird nicht leicht resorbiert. Herkömmliche Q10-Präparate enthalten meist Ubichinon, das seine gesundheitsfördernde Wirkung nur dann entfalten kann, wenn es in den Blutkreislauf aufgenommen und in Ubiquinol, die aktive Form von CoQ10, umgewandelt wird. Nimmt man Ubiquinol jedoch direkt zu sich, profitiert man von einer 7 bis 8 mal höheren Bioverfügbarkeit.

Granatapfel

Damit HDL seine Funktion erfüllen kann, wird das Enzym Paroxonase-1 (PON-1) an seine Oberfläche gebunden. PON-1 verhindert die Oxidation von HDL und erhält somit dessen Fähigkeit, die Arterien zu schützen. Während Menschen altern, sinkt der Gehalt an PON-1 deutlich und reduziert die Fähigkeit von HDL, gegen Infarkt und Schlaganfall zu schützen. Forschungsergebnisse ergaben, dass Granatapfel und seine Extrakte den Gehalt von PON-1 im Körper signifikant erhöhen können. Granatapfelextrakte reduzieren Oxidation und Entzündung hauptsächlich über den Effekt auf PON-1, indem sie jeden Schritt in der Entwicklung von Arteriosklerose behindern. Forscher untersuchten die Personen, die über zwei Wochen Granatapfelextrakte zu sich nahmen und fanden eine beachtliche Reduktion von LDL-„Verklumpung“ verbunden mit einer Erhöhung der PON-1-Aktivität um 20%.

Liponsäure

Dieses natürlich vorkommende Antioxidans dient als Coenzym im Energiestoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen. Liponsäure unterstützt die Aufrechterhaltung eines korrekten Glucosespiegels bei Diabetikern. Humanstudien konnten zeigen, dass Liponsäure die Endothelfunktion bei Personen mit metabolischem Syndrom (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Insulinresistenz, veränderte Blutfettwerte) verbesserte. Liponsäure ist am effektivsten in Kombination mit Antioxidantien wie Vitamin E, CoQ10, L-Carnithin und Selen.

Knoblauch

Knoblauchextrakt wurde auf die Wirkung hin, Entzündungen und die schädigenden Effekte von Cholesterin im Endothel zu unterdrücken untersucht. In einer Studie mit 15 Patienten mit Erkrankung der Herzkranzgefäße, die mit Cholesterin senkenden Medikamenten und Aspirin in geringer Dosierung behandelt wurden, verbesserte eine tägliche Zugabe von Knoblauchextrakt über zwei Wochen den Blutfluss durch Verbesserung der endothelialen Funktion. Hochdosierte Knoblauchapplikation wurde in einer Studie mit 152 Personen mit klinisch beobachtbarer Plaquebildung untersucht. Über 48 Monate hinweg zeigten die Teilnehmer eine verringerte Plaque-Bildung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Die Forscher schlossen daraus, dass Knoblauch „nicht nur eine präventive, sondern auch eine heilende Wirkung bei der Arteriosklerose-Therapie“ hat.

Resveratrol

Experimente konnten zeigen, dass Resveratrol zur Gesundung von Endothelzellen beitragen kann. Unter anderem werden Endothel-Stammzellen gebildet und so das Endothel mit neuen, frischen Zellen versorgt. Zudem nützt Resveratrol dem Kreislaufsystem, indem es die Oxidation von LDL verringert, die Aggregation von Blutblättchen vermindert und die Entspannung kleiner Blutgefäße unterstützt. Zusammen nützen alle diese Mechanismen der allgemeinen Gesundheit des Kreislaufs, indem sie die Faktoren verringern, die zur Entwicklung von Arteriosklerose und von Verklumpungen im Blut führen.

OPC (Oligomere Proanthocyanidine)

Unter dem “Französischen Paradox“ versteht man die geringe Rate an Kreislauferkrankungen in einem für sein fettes Essen bekannten Land. Einer der Faktoren, die die Franzosen vor Herzerkrankungen bewahren, ist die hohe Aufnahme von OPC, einem Pflanzenstoff und wirkungsvollen Antioxidans, das von Natur aus in Rotwein und einigen Gemüsen enthalten ist. Mittlerweile wird OPC auch als Nahrungsergänzungsmittel mit kontrollierter Zusammensetzung hergestellt.

Grüntee-Extrakt

Grüntee-Extrakte, die reich an natürlichen Antioxidantien sind, werden in Asien routinemäßig zur Verringerung des Blutdrucks und zur Reduktion von Cholesterin genutzt. Bei Studien mit Rauchern konnte gezeigt werden, dass 600 ml grüner Tee eine Verringerung von Entzündungsmarkern und eine Senkung von oxidiertem LDL bewirkte, beides häufig an der Entwicklung von Arteriosklerose beteiligt.

Vitamin K

Vitamin K erlangt immer mehr Aufmerksamkeit für seine Fähigkeit, Arterienverkalkung zu reduzieren und dabei zu helfen, Gefäßerkrankungen zu verhindern. Eine groß angelegte Studie über 7 bis 10 Jahre mit mehr als 4800 Teilnehmern in den Niederlanden konnte zeigen, dass Personen mit der höchsten Vitamin-K2-Aufnahme ein um 57 % geringeres Risiko hatten, an einer Gefäßerkrankung zu sterben als die Gruppe mit der niedrigsten Vitamin-K-Aufnahme. Darüber hinaus verringerte sich das Risiko für Arterienverkalkung um 52%: eine deutliche Demonstration des schützenden Einflusses von Vitamin K.

Vitamin E

Vitamin E wird oft gemeinsam mit Vitamin C aufgrund der antioxidierenden Eigenschaften beider Vitamine betrachtet. Außerdem verhindert oder verzögert Vitamin E Prozesse, die während sklerotischer Gefäßerkrankungen auftreten. In kultivierten Endothelzellen erhöhte Vitamin E die Produktion von Prostacyclin, ein potenter Stoff zur Gefäßerweiterung, der zudem die Aggregation von Blutblättchen verhindert. In einer siebenjährigen Studie mit 334.000 Frauen nach der Menopause, die bislang keine Herzerkrankungen aufwiesen, war eine erhöhte Aufnahme an Vitamin E deutlich mit einem geringeren Risiko an einer tödlichen Herz-Kreislauferkrankung korreliert.

Niacin (Vitamin B3)

Der Nutzen von Niacin beschränkt sich nicht auf seinen Einfluss auf die Blutmarker für Gefäßrisiken, es reduziert auch dramatisch das Risiko eines Infarktes. Das „Coronary Drug Project“ konnte als erstes den Nachweis führen, dass Niacin das Risiko eines Infarkts verringert. Bei über 1.000 Überlebenden von Herzinfarkten wurde nach täglicher Gabe von 3.000 mg Niacin die Wahrscheinlichkeit weiterer Infarkte um 27%, die Zahl von Schlaganfällen um 26% reduziert.

Hormone und kardiovaskuläre Gesundheit

Bei allen Maßnahmen, die zur Behandlung der Arteriosklerose ergriffen werden, sollte nicht vergessen werden, dass auch die Hormone Einfluss auf unser Gefäßsystem haben. Denn ein Ungleichgewicht des Hormonhaushalts kann das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung stark erhöhen. Hierbei spielt das Verhältnis von männlichen und weiblichen Hormonen bei Männern wie Frauen eine Rolle. Es ist ganz einfach, Klarheit über den eigenen hormonellen Zustand zu gewinnen. Das IFU-Institut in Wolfhagen bietet in Zusammenarbeit mit amerikanischen Speziallabors genaueste Analysen an.

Fazit

Arteriosklerose ist eine ernste gesundheitliche Gefahr für sehr viele Menschen auf dieser Welt. Ihr Fortschreiten wird mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen und Demenz in Verbindung gebracht. Da die Entwicklung der Arteriosklerose und ihrer Ursachen schon in der Kindheit beginnen kann, ist es äußerst wichtig, diese Erkrankung und ihre Risikofaktoren so früh wie möglich und so konsequent wie möglich zu bekämpfen. Unglücklicherweise können ältere Menschen, die die Gesundheit ihrer Blutgefäße in die Hände der Schulmedizin legen (müssen), nicht damit rechnen, dass alle Risikofaktoren der Arteriosklerose berücksichtigt werden.

Ausführliche Blutuntersuchungen machen es möglich, die individuellen Risikofaktoren zu identifizieren und mit spezifischen Nährstoffen eine personalisierte Therapie zu entwickeln. Mit diesem Ansatz kann man die Funktion des Endothels und damit auch die Gesundheit des Gefäßsystems im Ganzen erhalten und verbessern. Intakte Endothelzellen reduzieren das Risiko einer arteriosklerotischen Plaque-Bildung, ebenso wie das Risiko für zahlreiche andere Gefäßleiden. Gesunde Blutgefäße bilden die Grundlage eines vitalen Herz-Kreislauf-Systems und steigern somit nicht nur die Lebenserwartung sondern auch die Lebensqualität.

Jeder einzelne Mensch kann mit leicht erhältlichen Nährstoffen rechtzeitig für eine adäquate Versorgung der Endothelzellen sorgen und dadurch das Risiko von tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch senken. Nehmen Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand!


Bezugsquellen für Mikronährstoffe

Produktauswahl:

Die meisten der oben genannten Nähr- und Vitalstoffe werden in Form von Nahrungsergänzungsmitteln mit verschiedensten Dosierungen und Qualitätsstufen im Fachhandel angeboten. Die entsprechenden Produkte sind dort in aller Regel auch für Privatpersonen rezeptfrei erhältlich. Aufgrund der wachsenden Produktvielfalt sollten Sie dabei jedoch unbedingt auf folgende Merkmale achten:

  • Entsprechen die Dosierung und Packungsgröße Ihren Anforderungen? — Achtung: Manchmal beziehen sich die Nährwertangaben auf die Einnahme mehrerer Tabletten/Kapseln.
  • Ist die Darreichungsform für Sie geeignet? (Besonders große Tabletten/Kapseln lassen sich schwerer schlucken; dann können Sie die Dosis auf mehrere kleinere und entsprechend niedriger dosierte Tabletten verteilen.)
  • Die wertgebenden Inhaltsstoffe sollten eine hohe Bioverfügbarkeit aufweisen, also in einer Form vorliegen, die der Körper optimal aufnehmen und verstoffwechseln kann.
  • Reinheit: hoher anteiliger Wirkstoffgehalt bei niedriger Schadstoffbelastung und unbedenklichen Zusatzstoffen.
  • Verträglichkeit: Enthält das Produkt potentielle Allergene oder hilfreiche/ungünstige Zusatzstoffe?
  • Begleitstoffe oder sonstige Technologien, die eine bessere Verwertung der hauptsächlich wertgebenden Vitalstoffe ermöglichen, erfordern ggf. eine Anpassung der Dosierung.
  • Ist der Preis angemessener im Hinblick auf die Qualität des Produkts?
  • Ist der Preis angemessener im Hinblick auf den Nutzen, den Sie sich vom Produkt erhoffen?

Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Kaufentscheidung zunächst auf die wichtigsten Wirkstoffe, von denen Sie sich den größten Nutzen erhoffen; hier sollten Sie nicht sparen, sondern stets die beste Qualität wählen. Um den Geldbeutel zu schonen, können Sie die weniger wichtigen Produkte aus Ihrer Liste streichen, bei Bedarf später nachkaufen, oder diese durch günstigere Varianten ersetzen.

Beschaffungsquellen:

Präparate, die alle o.g. Anforderungen erfüllen, sind meist nur über den Versandweg erhältlich. Auch Apotheken müssen solche Produkte in der Regel zunächst im Großhandel für Sie bestellen. Bei einer direkten Bestellung im Internet-Versandhandel erhalten Sie die Ware oft schneller und zu günstigeren Preisen.

Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass viele deutschsprachige Anbieter, insbesondere jene mit einer großen Produktauswahl, ihren Firmensitz im europäischen Ausland haben oder ihre Waren von dort ausliefern. Seriöse Anbieter erkennen Sie u.a. daran, dass man Ihre Fragen zu konkreten Produkten oder Inhaltsstoffen geduldig und umfassend beantwortet, und dass man bei größeren oder regelmäßigen Bestellungen auch bereit ist, über einen langfristig tragfähigen Kostenplan zu verhandeln. Bleiben Sie dennoch kritisch, besonders wenn man Sie mit Schnäppchen-Angeboten, Heilungsversprechen oder anderen „Argumenten” zum Kauf bestimmter Produkte überreden will.

Als verlässlicher Lieferant hat sich z.B. die Firma Supplementa bestens bewährt. Supplementa ist seit über 20 Jahren in der Branche aktiv, verfügt über viele Direktkontakte zu Herstellern und arbeitet eng mit fachkundigen Therapeuten und Analyse-Laboren zusammen.

Allgemeine Hinweise zur sicheren Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise; sie sollten nur bei begründetem Bedarf eingenommen werden.

Die empfohlene tägliche Verzehrsmenge soll im Regelfall nicht überschritten werden; höhere Dosierungen müssen mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgestimmt werden. (Achtung: Manchmal beziehen sich die Nährwertangaben auf die Einnahme mehrerer Tabletten/Kapseln.)

Manche Nahrungsergänzungsmittel können die Wirksamkeit bestimmter Medikamente verstärken oder abschwächen; denkbare Wechselwirkungen sollten im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgeklärt werden.


4 Gedanken zu „Fachartikel 02: Arteriosklerose

    1. Helmut Fischer

      Sehr geehrte Damen u. Herren,

      wo finde ich die geeigneten Mittel
      , die notwendig sind um die Ateriossklerose zu behandeln u. umzukerhren.
      Im Voraus besten Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Gruß Helmut Fischer

      Antworten
      1. Gesundheitliche Freiheit Artikelautor

        Guten Tag Herr Fischer!
        Wir haben am Ende des genannten Artikels einen neuen Abschnitt eingefügt, der Ihnen (und allen anderen) die Suche nach geeigneten Präparaten und Händlern erleichtern soll. Dort wird exemplarisch auch eine konkrete Bezugsquellen genannt. Wenn Sie bei Ihrer Suche weitere Händler finden, die eine Erwähnung an dieser Stelle verdienen, wären wir für einen entsprechenden Hinweis dankbar. Bitte schildern Sie auch kurz, aus welchen Gründen Sie diesen/jenen Händler empfehlen würden.

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    2. Gesundheitliche Freiheit Artikelautor

      Guten Tag Herr Brüschweiler!
      Gegenfrage: Wären Sie in der Lage, eine Tablette vom Format eines Teelichts zu schlucken? Spaß beiseite: Im Idealfall würde ein qualifizierter Therapeut ein individuell auf den Patienten abgestimmtes Therapiekonzept ausarbeiten, bei dem mehrere (aber vermutlich nicht alle) der hier empfohlenen Mikronährstoffe zum Einsatz kommen. Dabei sollte die Dosierung der einzelnen Komponenten etwa 3-4 mal pro Jahr an die dann aktuellen Laborwerte angepasst werden. Zu Beginn der Therapie wäre der Fokus auf die Rückbildung bereits bestehender Verkalkungen gerichtet, im weiteren Verlauf dann zunehmend auf die Kontrolle des Cholesterin-Stoffwechsels sowie natürlich auf die nachhaltige Sicherung einer gesunden Endothelfunktion. Man kann das schwer pauschalisieren.

      Für alle, denen solch eine individuell optimierte Mikronährstoff-Therapie verständlicherweise zu kompliziert erscheint, wäre unser Rat: Zeigen Sie Ihrem Hausarzt diesen oder ähnliche Artikel und schlagen Sie vor, zunächst 2-3 der hier genannten Substanzen als Ergänzung zur ärztlich verordneten Medikation einzusetzen. Nutzen Sie danach jeden weiteren Termin, um ggf. weitere Substanzen mit ins Programm aufzunehmen und/oder um die Dosierung der bisher eingenommenen Präparate anzupassen.

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